Frauen – Armut, Bildung und Gewalt

Im Zusammenhang mit positiven Ereignissen wird der Weltfrauentag gerne erwähnt, zB. als Kathryn Bigelow als erste Frau einen Oscar für die Regie erhielt. Erfreulich, aber leider nicht repräsentativ für einen Großteil der Frauen – die viel grundlägendere Anliegen haben.
Ein Bericht von wave fokusiert auf die Situation von Frauen in Zusammenahng mit Armut, Bildung und Gewalt in Österreich und zahlreiche Projekt von CARE setzten sich mit der weltweiten Situation der Frauen auseinander und widment dem Thema Frauen auch eine Fotoausstellung in Wien. Amnesty Internation hat ein eigenes Netzwerk zum Thema Frauenrechte eingerichtet.

Armutsrisken gewaltbetroffener Frauen in Österreich
Weltweite Projekte zur Unterstützung von Frauen
CARE Fotoausstellung “Frauen verändern die Welt” von Phil Borges
Spenden
Links zum Thema

Am Grazer Hauptplatz wurden am Weltfrauentag flyer an Frauen verteilt und ihnen gratuliert, ob es tatsächlich schon Grund zum Gratulieren gibt darf man aufgrund der nationalen und internationalen Studien bezweifeln. Nach wie vor deutet alles darauf hin, daß es großen Handlungsbedarf gibt!

Armutsrisken gewaltbetroffener Frauen in Österreich

In einem „Bericht über die Situation in Österreich“ hat WAVE (Women Against Violence Europe) als europäisches Netzwerk von Frauenhäusern und Frauenhilfseinrichtungen die Situation und vorallem deren Ursachen zusammengefaßt – mit Fallbeispielen untermauert und auch konkrete Empfehlungen ausgearbeitet.

wave: Armutsrisiken von gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern

wave: Armutsrisiken von gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern

Die Gewalt gegen Frauen wird darin unabhängig der Gesellschaftsschicht, Kultur und Religion erkannt und läßt sich in 5 Bereiche unterteilen:

  • Körperliche Gewalt (Treten, Würgen, Verbrennen, Zerstören perönlicher Gegenstände, …)
  • Psychische Gewalt (Lächerlichmachen i. d. Öffentlichkeit, Drohen, Stalking, …)
  • Sexualisierte Gewalt (Handlung gegen sexuelle Selbstbestimmung)
  • Soziale Gewalt (Kontrolle u. Isolierung)
  • Ökonomische Gewalt (Missbrauch d. Verfügungsgewalt über finanzielle Mittel)

Der Bericht gibt auch wieder, daß in Österreich davon ausgegangen werden kann, daß jede fünfte Frau einmal in ihrem Leben von Gewalt durch ihren eigenen (Ex)Partner betroffen ist.
Der Ausstieg aus einer Gewaltbeziehung bedeutet vorallem für Migrantinnen, ältere Frauen und Frauen mit Behinderung den Verlust ökonomischer Absicherung, sozialer Kontakte und die rechtliche Grundlage für einen legalen Aufenthalt.
Offenkundig wird in dem Bericht, daß die Ursachen der Armut gewaltbetroffener Frauen sich gegenseitig verstärken:

  • Migrationshintgergrund
  • Alter
  • Behinderung / Beeinträchtigung
  • Alleinerziehersein

Weltweite Projekte zur Unterstützung von Frauen

Die weltweite Situation von Frauen ist im Fokus der Hilfsorganisation CARE, die mit Projekten die Rechte der Frauen stärkt und vorort Hilfe zur Selbsthilfe leistet. Der Hinweis, daß jede 3. Frau weltweit misshandelt oder vergewaltigt wird ist ebenso erschreckend wie die Tatsache der ungleichen Einkommensverteilung auf der Grafik.

Frauen leisten weltweit 60% der Arbeitszeit, verdienen aber nur 10% des weltweiten Einkommens

Frauen leisten 60% der weltweiten Arbeitszeit, verdienen aber nur 10% des weltweiten Einkommens

Auf der Homepage von CARE wird auch auf unterschiedliche Ursprünge der Gewalt an Frauen hingewiesen, wie etwa der

Bei Amnesty International hat die Sektionskoordinationsgruppe Menschenrechtsverletzungen an Frauen den akutellen Schwerpunkt mit Themen wie:

und bietet auf den jeweiligen Homepages Petitionslisten an.

CARE Fotoausstellung „Frauen verändern die Welt“ von Phil Borges

CARE und Phil Borges widmen den Frauen eine Fotoausstellung im wiener Jazzclub Porgy & Bess. Gezeigt werden Portraits von mutigen Mädchen und Frauen die der Armut die Stirn bieten.

Eröffnung
16. März 2010 * Einlass: 19.30 h * Beginn: 20.30 h
Porgy & Bess * Riemergasse 11 * 1010 Wien

Tangail, Bangladesh * Foto: CARE/Phil Borges

Akhi * Tangail, Bangladesh * Foto: CARE/Phil Borges

Im Alter von 13 Jahren, noch vor ihrer ersten Menstruation, wurde Akhi von ihrer Tante an ein Bordell verkauft. Nachdem sie dort einige Jahre lang gearbeitet hatte, verfiel sie in Depressionen und versuchte, sich umzubringen. Der gescheiterte Selbstmordversuch brachte die Wende in ihrem Leben: Von da an kämpfte sie für sich und ihre Leidgenossinnen. Es gelang ihr, religiöse, politische und andere Gruppen von ihrer Idee zu überzeugen, und gemeinsam gründete sie mit ihnen eine Organisation, die sich für die Rechte von Prostituierten einsetzt. Akhi ließ sich auch durch drei Verhaftungen nicht entmutigen und gründete 1998 die Organisation Nani Mukti Sangha. Seit deren Bestehen benutzen 86 Prozent aller Besucher in Bordellen, in denen früher so gut wie niemand Kondome verwendete, Präservative. Auch ist die Zahl der 12- bis 13-jährigen Mädchen, die dort arbeiten, gesunken. Akhi kämpft weiterhin hartnäckig für die Rechte der Prostituierten und gilt als sehr charakterstarke Frau. Selbst die Polizei soll Angst vor ihr haben.

Spenden:

Vorallem Daueraufträge ermöglichen den Organisationen ein geplantes Helfen.

Alle Zahlen auf dieser Seite sind aus Publikationen von CARE, Amnesty International und WAVE und Stand 2010.

Links zum Thema:

Download: Armutsrisiken von gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern (Klein, Rösslhumer, Webhofer, Zachar)
Download: Frauen haben Recht(e) (Bundesministerin für Frauen und öffentl. Dienst)
Homepage: Frauenprojekte bei CARE
Homepage: Gabriele Heinisch-Honsek (Bundesministerin für Frauen und öffentl. Dienst)
Homepage: White Ribbon (Männer gegen Gewalt an Frauen)
Homepage: Network of Men Leaders (Unite to end violence against women)
Homepage: Autonome Österreichische Frauenhäuser
Blog: Social Documentary Photography and Film by Phil BorgesBlog
Blog: Gewalt gegen Frauen – kein Problem für den Außenminister? (Martin Margulies)

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