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Puch 250 SG Motorrad

Puch 205 SG Es war Anfang der 90er, als ich in einer Zeitung für Kleinanzeigen nach einer 250er Puch Ausschau hielt. Fahrbereite 250er gab es ab rund ÖS 15.000.-. Entschieden habe ich mich für eine um ÖS 20.000.-, letztlich weil die Papiere zum Motorrad inklusive Motorblock gepasst haben und ich auch erst der Zweitbesitzer des Fahrzeuges war. Im “Das große Puch Buch” kann man nachlesen, daß das Motorrad als neuer rund ÖS 12.000 kostete und das Tourenmodel dem Sportmodel folgte. Eine Woche nach dem Kauf war ich damit auf der Straße und auch in den Klöcher Bergen unterwegs – auf Buschenschanktour. Dort hatte ich auch die ersten technischen Berührungspunkte mit der SG. In einem Hang verweigerte das Motorrad ein Weiterfahren – ohne Leistung abzugeben stand sie mit laufendem Motor vor mir und kleidete das Geschehen in eine Rauchwolke. Aus dem nächstgelegenen Haus outet sich ein Mann in weißem Unterhemd mit einem “Schleich Dich da mit der Maschin’, stinkt ja schon alles!” als KFZ-technischer Laie und kein vielversprechender Pannenhelfer. Für den luftgekühlten Doppelkolbenmoter ist das kein seltenes Ende. Aus der Zeit gibt es wenig Fotos – aber zB folgende Analogaufnahme:

Puch 250 SG

Puch 250 SG

Es sollte ein ganzes Jahr dauern bis meine 250 SG wieder auf der Strasse war, etwas später mußte sie einer 1100er aus Japan weichen – in den Schuppen. Im kleinen beigelegten Büchlein “Puch Motorrad Typ 250 SG Beschreibung Betrieb Instandhaltung” steht eigentlich sehr genau, was in so einem Fall zu tun wäre … Aber das Büchlein kam mit dem Kaufvertrag in einen Ordner und das Motorrad wurde sich selbst überlassen. Rund 15 Jahre später kam Unterstützung aus der Verwandtschaft, um der 250 SG wieder Leben einzuhauchen.

Vier Jahre und ein Todesfall

Als ich im Jahre  2009 für ein paar Monate an die Uni in Korea ging, wollte also dieses alte Eisen in der Zwischenzeit wieder reanimiert werden – bei einem wahren Meister in diesem Fach. Aber das war nur der Anfang eines langen Weges. Zwei, drei Monate später erhielt ich einen Anruf, besagter Mechaniker und Motorradsammler ist verstorben.

Puch 250 SG vor dem Restaurieren

Puch 250 SG am Weg zum Restaurieren

Beim ersten Anruf – den ich der Situation entsprechend erst nach einer Zeit machte – brachte ich ein, dass ich selbst keinen Motorradanhänger hätte – daraufhin erhielt ich die Auskunft, dass diese auch nicht notwendig sei, weil man praktisch das gesamte Motorrad in Schachteln verpacken könnte. Könnte, weil eben alles etwas schwierig ist, nicht ganz klar. Es gibt noch Verwandte in Australien – Haus, Garage, ist alles verplombt und es ist noch nicht ganz klar, wann es wie weitergeht. Ein paar Monate später fuhr ich mit ein paar Schachteln – die mein Motorrad sein sollten – nach Hause. Die einheitliche Expertenmeinung war:”Aus dem etwas Pickerltaugliches zu machen liegt über dem Wert einer Puch, wenn ich eine SG wollte, dann einfach eine restaurierte zulegen“. Ich wollte aber eben nicht eine Puch, sondern meine Puch … Und so landet sie diesmal in der Obersteiermark – komplett zerlegt in Einzelteile. Unwissend hätte man bei den Teilen ebenenso einen Heuwender oder eine Hollywoodschaukel vermuten können. Vereinzelt waren die Teile schon grundiert, manches hat gefehlt und mußte nachgekauft werden. Überraschend war, wie schlecht die Qualität dieser Nachkaufteile mitunter war – am ersten Foto kann man zB den abgenutzten Gummi des Fußrasters nach nur einer Fahrt erkennen.

Coming home

Die Werkstatt ist in einem kleinen Ort in der Obersteiermark – die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ungefähr so zeitaufwändig wie eine Thailandreise – aber ein Freund hatte sich mit seiner Honda CX 500 angeboten, die seit 25 Jahren in seinem Besitz ist. Ein Motorrad, das in den 80er als Polizeimaschine auf der Strasse war, die 250 SG war ja auch ein Motorrad für die Gendarmerie.

Puch 250 SG

Mein Puch 250 SG und Wurli’s Honda CX 500 am Weg nach Graz

In meinem Regal ist ein vergilbtes Buch aus dem Jahr ’53 das mit dem Satz: “Es ist nun zwanzig Jahre her.” beginnt. Max Reisch erzählt in “Indien – lockende Ferne” seine Reise darin. Mit dem selben Satz beginnen wir nun unsere Reise vom Mürztal nach Graz. Die Geschwindigkeit halten wir zwischen 70 und 80km/h um den überholten Motor zu schonen, aber das Handbuch verspricht ab 300km “Von 300-1000 km ruhiges Tourentempo mit kurzzeitigen Geschwindigkeiten bis über Halbgas.“. An einem frühen August Sommerabend ist die Puch 250 SG nach rund 20 Jahren also wieder fahrbereit zuhause :-)
Natürlich freut man sich, wenn man weitere Puchs auf der Strasse sieht, wie hier zwei Puch 125 SV am Gscheid.

Gesucht: Gemischzapfsäule und Felber Beiwagen

Bereits beim ersten Tanken ist mir aufgefallen, dass diese Gemischzapfsäulen verschwunden sind. Als ich die Dame an der Tankstellenkasse dabei unterbreche, als sie gerade eine Wurstemmel für einen Gast zubereite, antwortet sie mir, daß sie mir gleich beim händischen Abmischen (1:50) zur Hilfe kommen werde. Sachdienliche Hinweise, wo man eine dieser verschwunden Gemischzapfsäulen erstehen kann, sind als hier als Kommentar oder e-mail willkommen.

Und dann würde auch noch ein Felber Beiwagen die Leistung der Puch gut im Zaum halten … auch dazu sind Hinweise willkommen.

Das Johann Puch-Museum in Graz

Im Süden von Graz gibt es das Johann Johann Puch-Museum und auf der Homepage dazu einen feinen Blog:

Und als Ausflugsziel biete sich auch  Velo in Gleisdorf am autofreien Tag an :-).Kommentare  & Linkhinweise sind willkommen.

Wurli’s Italientour 2013 mit der Honda CX 500

4 comments to Puch 250 SG Motorrad

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