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Gyeongju: Ein Marathon durch die Geschichte Koreas

Gyeongju Marathon Medal Gyeongju (경주) im Südosten Südkoreas ist meist ein Fixpunkt für Koreareisende. Die Hauptstadt des ehem. Shilla Königreichs hat noch nimmer viele Attraktionen aus dieser Zeit zu bieten, bereits bei der Anreise fährt man an den unübersehbaren Hügelgräbern vorbei.
Viermal pro Jahr kann man diesen Besuch auch mit einem Marathon Lauf verbinden. Im Oktober 2010 hat der 17. Dong A Ilbo Marathon stattgefunden – mit den vier Distanzen 5km (2600 Teilnehmer), 10km (2300 Teilnehmer), Halbmarathon (2.400 Teilnehmer) und Marathon (2.500 Teilnehmer). Unter den Teilnehmern auch einige eingeladene Sportler, die die 42km in 2 Stunden und 9 Minuten gelaufen sind – für sightseeing unterwegs blieb da freilich wenig Zeit – aber für den ersten immerhin ein Siegergeld von 60.000 USD.

Vorbereitung und Anreise zum Dong-A Ilbo Gyeongju – Int. Marathon

Die Anmeldung (30.000 Won) zum Lauf kann über die englischsprachige Homepage gemacht werden – ich habe mich rund 6 Wochen vorher entschieden, für einen langfristigen Trainingsplan freilich zu spontan, aber ein guter Grund einen Garmin Forerunner 305 zu erstehen. Mit Lauftraining und Radtouren wurde dann zum Halbmarathon trainiert. Die Anreise nach Korea war am Freitag und am Samstag ging’s schon nach Gyeongju um auch die Stadt etwas zu genießen. Das traditionelle Gästehaus (50.000 Won) haben wir in der Nähe der Hügelgräber gewählt – unweit des ca. 1.400 Jahre alten Cheomseongdae Observatoriums:

Cheomseongdae Observatorium in Gyeongju

Cheomseongdae (첨성대) Observatorium in Gyeongju

Wenn man zufuß ein paar Minuten weiter geht kommt man zum Anapji-Teich, der abends beleuchtet schöne Bilder zeigt:

Anapji-Teich in Gyeongju

Anapji-Teich in Gyeongju

Der Zeitunterschied von sieben Stunden und ein leichter Husten liesen noch offen, wie der Lauf für mich ausgehen würde, daher sollte die Belohnung vorgezogen werden, mit einem traditionellen Essen im 도솔마을 Restaurant.

Der Gyeongju Marathon Lauf

Das Stadion ist am Rand der Stadt und weil unser Gästehaus im Zentrum war, sind wir per Taxi angereist, rund eineinhalb Stunde vorher war noch genug Zeit um sich bei den zahlreichen Verkaufsständen umzusehen. asics war neben der Dong A Ilbo einer der Hauptsponsoren und war hier mit reduzierten Artikeln stark vertreten.

Startschuß beim Dong-A Ilbo 2010 Gyeongju Interntational Marathon

Startschuß beim Dong-A Ilbo 2010 Gyeongju Interntational Marathon

Bevor der Startschuß um 9 Uhr fällt beginnen sich tausende Leute gegenseitig zu massieren, wie selbstverständlich sucht sich jeder einen Läufer oder eine Läuferin vor sich und massiert diesen im Nacken während man selbst auch massiert wird. Nach ein paar Minuten drehen sich alle um und massieren die Person, die einen zuvor massiert hat. Danach geht’s los.
Der Lauf führt anfangs durch die Stadt wo am Straßenrand traditionelle koreanische Musik mit Trommeln und Gongs die Läufer anfeuert, dann kommt man bald zu den Märkten, wo Marktfrauen ihr Gemüse am Straßenboden verkaufen. Wenn man diese Straßen hintersich gelassen hat läuft man an Feldern vorbei wo um diese Jahreszeit gerade der Reis auf Folien getrocknet wird – bis man zu den bekannten Hügelgräbern von Gyeongju kommt. Mit einem Läufer aus Ulsan unterhalte ich mich jetzt ein bißchen, aber nach rund einem Kilometer zeigt sich, daß er es “eiliger” hat und wir verabschieden uns wieder. Wenig später bin ich überrascht, als ich einen Mönch in Mönchskleidung mitlaufen sehe. Hier ist man schon am südlichsten Teil des Laufes und ab nun geht es flußaufwärts entlang dem Seocheon (서천) Fluß zurück richtung Stadion – allerdings nicht direkt, sondern mit einem Abstecher nach Westen entlang des Bukcheon (북천) Flußes. Der Zieleinlauf ist schließlich nicht beim Startpunkt vor dem Stadion, sondern im Stadion, wo mir der Läufer aus Ulsan mit einem freundlichen Lächeln seine Wasserflasche entgegenhält, die ich mit einem Zug leere.

Zieleinlauf des Dong-A Ilbo 2010 Gyeongju Int. Marathons

Zieleinlauf des Dong-A Ilbo 2010 Gyeongju Int. Marathons im Stadion

Danach gibt es für Läufer neben einem Snackpaket eine Sportmassage sowie Kimchi, Tofu …

Kimchi, Tofu und Reisalkohol nach dem Gyeongju Marathon

Kimchi, Tofu und Reisalkohol nach dem Gyeongju Marathon

Mit ein bißchen Suchen und ein paar Worten Koreanisch kann man sich auch zu den Duschen durchfragen, denn wer morgens aus dem Zimmer auschecken muß findet sonst wohl keine Gelegenheit mehr vor der Heimreise.

Abreise nach dem Lauf

In Gyeongju gibt es viele gute Restaurants, daher wollten wir diese Gelegenheit nochmals nutzen und sind in das Yosukgung Restaurant gefahren. Ein sehr tolles Restaurant bei dem man reservieren sollte, wenn man einen der netten kleinen Räume haben möchte, aber auch in den Gemeinschaftsräumen ist es sehr gut zu essen:

Restaurant in Gyeongju

Restaurant in Gyeongju

Beim Verdauungsspaziergang sind wir dann auch noch zu einem Haus gekommen, wo früher Reisalkohol erzeugt wurde – inklusive Garten mit Bonsai:

Traditionelles Haus in Gyeongju

Traditionelles Haus in Gyeongju

Abgereist sind Lang und ich dann nicht ohne die lokale Süßspeise, das Hwangnam Brot (황남빵).

10.000 Won ~ 6,5 EUR

Landkarte


Karte erstellt mit dem WordPress OSM plugin (bei gedrückter Shift-Taste mit Maustaste zoomen)

Related Links

Blogartikel Chosunilbo Chuncheon Marathon in Korea
Gyeongju im Wiki
Gyeongju International Marathon im Wiki
Dong-A Ilbo Marathon
Korea bei Fotomobil.at
International Association of Athletics Federations
Blog: Seoulmate in Gyeongju
Blog: Christoph W. Laufblog
Blog: Bakro (Marathonfotos)
Blog: Jilgoji (Marathonfotos)
Blog: Sunaman (Marathonfotos)
Blog: Osnabrueck * Familienausflug nach Gyeongju
Blog: Gyeongjublog by Sherwin (engl.)
2011 Marathon in Asien und Australien

2 comments to Gyeongju: Ein Marathon durch die Geschichte Koreas

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